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Welle October 21, 2009 |
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Nürnberger Nachrichten Einen Hauch von schottischem Frühling schnuppern Franken liegt bekanntlich nicht am Meer: Da kommt eine Einladung zum
Lyrikfestival nach St Andrews ganz gelegen. Der Nürnberger Mundart-Dichter
Fitzgerald Kusz hat seine Erlebnisse an der Ostküste Schottlands
für uns aufgeschrieben. Als ich vor einem Jahr eine E-mail mit einer
Einladung zu "StAnza - Scotland's Poetry Festival", dem Lyrik-Festival
von St Andrews, erhielt, dachte ich erst: Ein Franke in Schottland? Das
muss ein Irrtum sein. Aber bald stellte sich heraus, dass die seit zwölf
Jahren in Berlin lebende Amerikanerin Isabel Cole bei ihrer Internet-Recherche
auf meinen Autoren-Kollegen Helmut Haberkamm und mich gestoßen war.Isabel
Cole gibt die Literaturzeitschrift "lauter niemand" mit heraus
und betreut vor allem deren englische Ausgabe "no man's land",
die zeitgenössische deutsche Lyrik und Prosa einem globaleren Leserkreis
näherbringen will.Im Zusammenhang mit den Lesungen in St Andrews
sollte an der Universität von Edinburgh eine Übersetzer-Werkstatt
stattfinden, die sich mit dem Problem des Übersetzens von einem Dialekt
in den anderen - also vom Fränkischen ins Schottische und umgekehrt
- auseinandersetzen sollte. Wir schickten Gedichte hin und her. Das Goethe-Institut
der Partnerstadt Glasgow war dann auch gleich mit im Boot. Der Hermann-Kesten-Stipendiat
Donal McLauglin übersetzte unsere Texte ganz wunderbar ins "Hochenglische"
und arrangierte unter dem Motto "Glasgow meets Nürnberg"
eine Lesung im "Poetry Club", an der auch Donny O' Rourke -
ebenfalls Kesten-Stipendiat - teilnahm.Dichterische SchwerstarbeitIn Edinburgh
schließlich war "Schwerstarbeit" angesagt. Helmut Haberkamm
und ich bekamen jeweils einen schottischen Kollegen zugeteilt, von dem
wir Gedichte ins Fränkische übersetzen mussten und der wiederum
Texte von uns in "Scots" zu übertragen hatte.Der "Aischgründer"
Haberkamm musste mit Robert Alan Jamieson, einem von den Shetland-Inseln
stammenden Dichter, zusammenarbeiten, dessen "nordisch" anmutende
Gedichte vom Meer, dem Fischfang und dem rauen Shetland-Klima handelten.
Und siehe da, die beiden fanden sehr schnell eine Basis: Jamieson konnte
sich in Haberkamms Gedicht mit der universellen Problematik "Identität"
wiederfinden.Ich arbeitete mit dem Glasgower Poeten Alexander Hutchison
zusammen, der für mein konkretes Nürnberger Liebesgedicht "lou/
ä/ mall/ denn/ roll/ loo/ roo
" ein schottisches Gegenstück
finden musste. In St Andrews wurden die Texte schließlich im Rahmen
des Lyrik-Festivals in einer Lesung und einer Übersetzer- "masterclass"
präsentiert.Das Bilderbuchstädtchen St Andrews zeigte sich von
seiner schönsten Seite. Ein Hauch von schottischem Frühling
lag in der Luft. Und alles vor der atemberaubenden Kulisse des Meeres,
nach dem wir fränkischen Dichter uns verzehren: "Frankn lichd
nedd am Meer"!Die Früchte unserer Arbeit werden in der im Spätherbst
in Berlin erscheinenden Ausgabe von "no man's land" zu lesen
sein. |
| Exberliner (Profile on Isabel Cole and no man's land) September 2007 |
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Small Press
Review |
| Exberliner (no man's land reading with Bert Papenfuß and Alistair Noon) March 2007 |
| Berliner
Literaturkritik (in German) December 6, 2006 |
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Der Tagesspiegel / ZeitSCHRIFTEN Lauter Jemande Auf einmal ist sie da, und keiner weiß so recht, woher sie gekommen ist: eine neue Generation von deutschen Dichtern, die alle Preise und Stipendien gewinnt, sich als lockerer Verbund begreift und dabei in den verschiedensten Zungen spricht. Was hätten Ron Winkler und seine Landschaftsvermessungen (Leonce-und-Lena-Preis 2005), Daniel Falb und seine durchnummerierten Versatzstückmontagen (Lyrikdebütpreis des LCB 2005) und Uljana Wolf mit ihren Shakespeare-Variationen (Peter-Huchel-Preis und Dresdner Lyrikpreis 2006) gemeinsam? Höchstens den Enthusiasmus für Poesie im Allgemeinen, ein Alter mehrheitlich um die dreißig und eine Wohnung in Berlin. Und, halt, eine Begegnung in den Kreisen von "lauter niemand" (www.lauter-niemand.de), einer seit zehn Jahren und sieben Ausgaben bestehenden Berliner Literaturzeitung, die auch Lesungen und ein Literaturlabor mit offener Bühne veranstaltet (jeweils sonntags um 20.30 Uhr im Theaterhof Fehre6, Fehrbellinerstraße 6). Es ist die Keimzelle einer ganzen Szene, wie sie die Basis von Jan Wagners und Björn Kuhligs DuMont-Anthologie "Lyrik von jetzt" bildet - und das Herzstück der Autoren von Daniela Seels Verlag kook books (Kurt-Wolff-Förderpreis 2006). Neben den drei anfangs genannten Dichtern veröffentlichen dort auch von lauter Niemanden längst zu Jemanden aufgestiegene Autoren wie Hendrik Jackson, Monika Rinck und Steffen Popp. Warum "lauter niemand", im Gegensatz zu allem, was daraus wurde, öffentlich dennoch nur ein Schattendasein fristet, hat vermutlich damit zu tun, dass die Zeitung erstens so heißt, wie sie heißt. Zweitens ist sie an Layoutfragen so offensiv desinteressiert ist, dass "motz" und "straßenfeger" dagegen wie Hochglanzprodukte wirken. Gegen Letzteres lässt sich etwas unternehmen. Ersteres aber lässt sich zumindest erklären. Der Titel geht zurück auf einen 1913 in Franz Kafkas "Betrachtung" erschienenen Prosasplitter "Der Ausflug ins Gebirge". "Ich würde ganz gern", heißt es darin, "einen Ausflug mit einer Gesellschaft von lauter Niemand machen. Natürlich ins Gebirge, wohin denn sonst? Wie sich diese Niemand aneinander drängen, diese vielen quer gestreckten und eingehängten Arme, diese vielen Füße, durch winzige Schritte getrennt! Versteht sich, dass alle in Frack sind. Wir gehen so lala, der Wind fährt durch die Lücken, die wir und unsere Gliedmaßen offen lassen. Die Hälse werden im Gebirge frei! Es ist ein Wunder, dass wir nicht singen." Zum Zehnjährigen ist in einem Workshop mit Übersetzern und dichtenden expatriates wie Alistair Noon nun eine englische Version der Jubiläumsausgabe entstanden. Das "no man's land" (www.no-mans-land.org) wird am 7.Dezember um 20 Uhr im Ballhaus Ost, Pappelallee 15, vorgestellt. Die Mehrheit der poetischen Minderheiten sucht eben auch international Gesellschaft. |
| Transcript
Review December 2006 |
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Der
Tagesspiegel |
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Expatica.com |
| Exberliner (no man's land reading with Norbert Zähringer) November 2006 |
| Work|Out:
European Students' Review, No. 31 (in German) February 2006 |