no man's land in the Media
Deutsche Welle
October 21, 2009
 

Nürnberger Nachrichten
(on the dialect workshop, in German)
March 27, 2008

Einen Hauch von schottischem Frühling schnuppern
Mundart-Dichter Fitzgerald Kusz war bei einem Poetenfest in St Andrews zu Gast - Lesungen und Übersetzer-Werkstatt
Einen Hauch von schottischem Frühling schnuppern

Franken liegt bekanntlich nicht am Meer: Da kommt eine Einladung zum Lyrikfestival nach St Andrews ganz gelegen. Der Nürnberger Mundart-Dichter Fitzgerald Kusz hat seine Erlebnisse an der Ostküste Schottlands für uns aufgeschrieben. Als ich vor einem Jahr eine E-mail mit einer Einladung zu "StAnza - Scotland's Poetry Festival", dem Lyrik-Festival von St Andrews, erhielt, dachte ich erst: Ein Franke in Schottland? Das muss ein Irrtum sein. Aber bald stellte sich heraus, dass die seit zwölf Jahren in Berlin lebende Amerikanerin Isabel Cole bei ihrer Internet-Recherche auf meinen Autoren-Kollegen Helmut Haberkamm und mich gestoßen war.Isabel Cole gibt die Literaturzeitschrift "lauter niemand" mit heraus und betreut vor allem deren englische Ausgabe "no man's land", die zeitgenössische deutsche Lyrik und Prosa einem globaleren Leserkreis näherbringen will.Im Zusammenhang mit den Lesungen in St Andrews sollte an der Universität von Edinburgh eine Übersetzer-Werkstatt stattfinden, die sich mit dem Problem des Übersetzens von einem Dialekt in den anderen - also vom Fränkischen ins Schottische und umgekehrt - auseinandersetzen sollte. Wir schickten Gedichte hin und her. Das Goethe-Institut der Partnerstadt Glasgow war dann auch gleich mit im Boot. Der Hermann-Kesten-Stipendiat Donal McLauglin übersetzte unsere Texte ganz wunderbar ins "Hochenglische" und arrangierte unter dem Motto "Glasgow meets Nürnberg" eine Lesung im "Poetry Club", an der auch Donny O' Rourke - ebenfalls Kesten-Stipendiat - teilnahm.Dichterische SchwerstarbeitIn Edinburgh schließlich war "Schwerstarbeit" angesagt. Helmut Haberkamm und ich bekamen jeweils einen schottischen Kollegen zugeteilt, von dem wir Gedichte ins Fränkische übersetzen mussten und der wiederum Texte von uns in "Scots" zu übertragen hatte.Der "Aischgründer" Haberkamm musste mit Robert Alan Jamieson, einem von den Shetland-Inseln stammenden Dichter, zusammenarbeiten, dessen "nordisch" anmutende Gedichte vom Meer, dem Fischfang und dem rauen Shetland-Klima handelten. Und siehe da, die beiden fanden sehr schnell eine Basis: Jamieson konnte sich in Haberkamms Gedicht mit der universellen Problematik "Identität" wiederfinden.Ich arbeitete mit dem Glasgower Poeten Alexander Hutchison zusammen, der für mein konkretes Nürnberger Liebesgedicht "lou/ ä/ mall/ denn/ roll/ loo/ roo…" ein schottisches Gegenstück finden musste. In St Andrews wurden die Texte schließlich im Rahmen des Lyrik-Festivals in einer Lesung und einer Übersetzer- "masterclass" präsentiert.Das Bilderbuchstädtchen St Andrews zeigte sich von seiner schönsten Seite. Ein Hauch von schottischem Frühling lag in der Luft. Und alles vor der atemberaubenden Kulisse des Meeres, nach dem wir fränkischen Dichter uns verzehren: "Frankn lichd nedd am Meer"!Die Früchte unserer Arbeit werden in der im Spätherbst in Berlin erscheinenden Ausgabe von "no man's land" zu lesen sein.

FITZGERALD KUSZ, 27.03.2008

 
Exberliner
(Profile on Isabel Cole and no man's land)
September 2007
 

Small Press Review
May - June 2007

 
Exberliner
(no man's land reading with Bert Papenfuß and Alistair Noon)
March 2007
 
Berliner Literaturkritik
(in German)
December 6, 2006
 

Der Tagesspiegel / ZeitSCHRIFTEN
(in German)
December 3, 2006

Lauter Jemande
Gregor Dotzauer über die Keimzelle der jungen deutschen Dichtergeneration

Auf einmal ist sie da, und keiner weiß so recht, woher sie gekommen ist: eine neue Generation von deutschen Dichtern, die alle Preise und Stipendien gewinnt, sich als lockerer Verbund begreift und dabei in den verschiedensten Zungen spricht. Was hätten Ron Winkler und seine Landschaftsvermessungen (Leonce-und-Lena-Preis 2005), Daniel Falb und seine durchnummerierten Versatzstückmontagen (Lyrikdebütpreis des LCB 2005) und Uljana Wolf mit ihren Shakespeare-Variationen (Peter-Huchel-Preis und Dresdner Lyrikpreis 2006) gemeinsam? Höchstens den Enthusiasmus für Poesie im Allgemeinen, ein Alter mehrheitlich um die dreißig und eine Wohnung in Berlin. Und, halt, eine Begegnung in den Kreisen von "lauter niemand" (www.lauter-niemand.de), einer seit zehn Jahren und sieben Ausgaben bestehenden Berliner Literaturzeitung, die auch Lesungen und ein Literaturlabor mit offener Bühne veranstaltet (jeweils sonntags um 20.30 Uhr im Theaterhof Fehre6, Fehrbellinerstraße 6).

Es ist die Keimzelle einer ganzen Szene, wie sie die Basis von Jan Wagners und Björn Kuhligs DuMont-Anthologie "Lyrik von jetzt" bildet - und das Herzstück der Autoren von Daniela Seels Verlag kook books (Kurt-Wolff-Förderpreis 2006). Neben den drei anfangs genannten Dichtern veröffentlichen dort auch von lauter Niemanden längst zu Jemanden aufgestiegene Autoren wie Hendrik Jackson, Monika Rinck und Steffen Popp.

Warum "lauter niemand", im Gegensatz zu allem, was daraus wurde, öffentlich dennoch nur ein Schattendasein fristet, hat vermutlich damit zu tun, dass die Zeitung erstens so heißt, wie sie heißt. Zweitens ist sie an Layoutfragen so offensiv desinteressiert ist, dass "motz" und "straßenfeger" dagegen wie Hochglanzprodukte wirken. Gegen Letzteres lässt sich etwas unternehmen. Ersteres aber lässt sich zumindest erklären. Der Titel geht zurück auf einen 1913 in Franz Kafkas "Betrachtung" erschienenen Prosasplitter "Der Ausflug ins Gebirge".

"Ich würde ganz gern", heißt es darin, "einen Ausflug mit einer Gesellschaft von lauter Niemand machen. Natürlich ins Gebirge, wohin denn sonst? Wie sich diese Niemand aneinander drängen, diese vielen quer gestreckten und eingehängten Arme, diese vielen Füße, durch winzige Schritte getrennt! Versteht sich, dass alle in Frack sind. Wir gehen so lala, der Wind fährt durch die Lücken, die wir und unsere Gliedmaßen offen lassen. Die Hälse werden im Gebirge frei! Es ist ein Wunder, dass wir nicht singen."

Zum Zehnjährigen ist in einem Workshop mit Übersetzern und dichtenden expatriates wie Alistair Noon nun eine englische Version der Jubiläumsausgabe entstanden. Das "no man's land" (www.no-mans-land.org) wird am 7.Dezember um 20 Uhr im Ballhaus Ost, Pappelallee 15, vorgestellt. Die Mehrheit der poetischen Minderheiten sucht eben auch international Gesellschaft.

 
Transcript Review
December 2006
 

Der Tagesspiegel
(in German)
November 17, 2006

 

Expatica.com
November 11, 2006

 
Exberliner
(no man's land reading with Norbert Zähringer)
November 2006
 
Work|Out: European Students' Review, No. 31
(in German)
February 2006